Wenn die Probearbeit zur Falle wird

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Wer heute einen Arbeitsplatz sucht und es bis zum Vorstellungsgespräch geschafft hat, wird meistens zu einem Probearbeitstag gebeten. Schließlich will der neue Chef wissen, wen er einstellt und sich vorher ein Bild vom Können und den Fertigkeiten machen. Solange sich das Probearbeiten darauf beschränkt, dass dem Arbeitnehmer keine Vorschriften gemacht werden, ist das auch in Ordnung und die Zeiten müssen auch nicht vergütet werden. Anders sieht es aber aus, wenn die Probewilligen als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. So ist es erst kürzlich in einer Ruhrgebietsstadt geschehen:
Ein Anbieter von Dekorationsartikeln brauchte für sein neu einzurichtendes Ladenlokal Hilfskräfte. Um diese nicht bezahlen zu müssen, hat er ihnen zwei halbe Tage Probearbeiten vorgeschlagen. Die sahen dann im konkreten Fall so aus, dass schwere Kisten geschleppt werden mussten und die Frauen wurden angewiesen, das Ladenlokal zu reinigen.
Hierbei hat es sich nicht mehr um eine Probearbeit gehandelt, die unentgeltlich zu leisten ist, sondern im Gegenteil um eine Arbeitszeit, die vergütet werden muss und selbstverständlich auch schon der Sozialversicherungspflicht unterliegt. Von einer Kennenlernphase, für die sich der Begriff Probearbeiten eingebürgert hat, konnte hier nicht mehr die Rede sein!
Um diese Ansprüche geltend zu machen, muss leider oft das Arbeitsgericht bemüht werden. Für eine solche Klage muss man übrigens keinen Anwalt hinzuziehen. Jeder darf seine Klage selbst verfassen und sich vor dem Arbeitsgericht selber vertreten. Die Arbeitsgerichte erteilen dazu gerne Auskünfte und stehen mit Rat zur Seite.

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