Die Mär von den Krankenhauskeimen

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Die Rede ist von dem multiresistenten Staphylokokkus aureus, kurz MRSA genannt, der in aller Munde ist. Fast hätte ich schon geschrieben in aller Hände. Denn die Übertragung mit diesem Keim erfolgt zumeist über unsere Hände! Jeder von uns hat Billionen von Keimen auf der Haut, die wir sogar brauchen, um unser Immunsystem in Gang zu halten. Diese „guten“ Keime verhindern die Ausbreitung von „schlechten“ Keimen in unserem Körper. Gefährlich wird es in dem Moment, wo Antibiotika eben auch diese guten Keime mit abtöten, weil sie keinen Unterschied zwischen „gut“ und „böse“ machen. Gefährlich wird es aber auch, wenn wir beispielsweise nach einer Operation geschwächt sind. Dann haben diese Keime ein leichtes Spiel und vermehren sich rasant. Das Problem ist, und das macht sie so gefährlich, dass sie multiresistent sind. Wie der Begriff schon vermuten lässt, handelt es sich hier um einen Keim, der gegen alle uns bekannten Antibiotika resistent ist. Mit anderen Worten hat der Keim „gelernt“, sich immer wieder so zu verändern, dass ihm kein Mittel den Garaus machen kann.

Dass es sich hier um einen „Krankenhauskeim“ handeln soll, stimmt genau so wenig, wie im Spinat viel Eisen enthalten sein soll. Nur halten sich solche Gerüchte leider hartnäckig, denn die Keime sind ja nicht im Krankenhaus entstanden, sondern vom Patienten werden sie in die Kliniken getragen. Das St. Barbara-Hospital in Gladbeck hat nun schon seit längerem eine Kontrolle eines jeden Patienten bei seiner Aufnahme angeordnet. Mit einem Wattestäbchen wird zuerst Speichel aus dem Mund und danach aus der Nase entnommen und auf genau diese MRSA untersucht. Das wird nicht etwa gemacht, weil dieses Krankenhaus besonders verkeimt ist, wie mancher Patient bei seiner Aufnahme schon befürchtet hat, sondern soll genau das verhindern, indem kontaminierte Personen sofort gezielt behandelt werden. Diese freiwillig durchgeführte Maßnahme nach niederländischem Vorbild, wo man dieses Problem kaum noch kennt, dient alleine dem Patienten. Natürlich entstehen dem Krankenhausträger dadurch auch zusätzliche Kosten, die man aber nicht scheut!

Siehe Post: Was geht im Operationssaal ab?

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